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Fahrbericht Lancia Thema: Sympathisches Kaliber

Lancia Thema 3.0 V6 CRD

Foto: B. Riedel/Auto-Reporter.NET

19.10.2012 - Das kommt heraus, wenn US-amerikanische Automobiltradition mit italienischer automobiler Leidenschaft gekreuzt wird: ein neuer Lancia Thema; das Ergebnis der Allianz Fiats mit Chrysler, in deren Folge die Marken Chrysler und Lancia zusammengelegt wurden. Beide teilen sich den weltweiten Vertrieb gemeinsam entwickelter Modelle. Chrysler bleibt zuständig für den englisch-sprachigen Raum und Russland, Lancia kümmert sich um die übrigen Länder, vornehmlich um Europa. Gebaut wird das Auto, der Lancia Thema, von Chrysler in Kanada.

Lancia Thema 3.0 V6 CRD

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Lancia Thema 3.0 V6 CRD

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Der „italienische“ Thema 3.0 V6 CRD kann seine US-amerikanische Prägung ebenso wenig verleugnen wie der Zweitgeborene in der Kooperation Fiat-Chrysler namens Lancia Voyager. Entwickelt wurde die stattliche Limousine zusammen mit dem Chrysler 300C. Das bescherte dem Lancia Hinterradantrieb und die unverkennbare Statur einer US-amerikanischen Limousine. Folgerichtig kürte Lancia seinen neuen Thema zum „globalen Flaggschiff“ der Marke.

Berechtigte Frage: Was ist noch typisch Lancia? – Offensichtlich beschränkt sich das auf den eleganten Stil des Interieurs und wirkungsvoll abgestimmte Materialien, die die anspruchsvolle Atmosphäre in der Kabine wesentlich mitbestimmen. Das mit Leder bezogene Armaturenbrett samt Steppnaht bringt einen Hauch Exklusivität ins Auto. Einige Ausstattungsdetails wiederum sind typisch amerikanisch. Da gibt es beispielsweise einen Getränkehalter mit Kühl- und Heizfunktion in der Mittelarmlehne oder einen übergroßen farbigen 8,4-Zoll-Touchscreen in Armaturenbrettmitte mit Textinformation in riesigen Lettern. Da braucht keiner eine Brille.

Lancia Thema 3.0 V6 CRD

Foto: B. Riedel/Auto-Reporter.NET

Amerikanisch Lässiges ist hier und da zu entdecken. Da stoßen unterschiedliche Spaltmaße aufeinander (Motorhaube/Frontteil). Nicht sonderlich pingelig scheinen die Endkontrolleure zu sein. Beispiel Testwagen: Die äußere Kante des linken Scheinwerfer/Blinkereinsatzes steht fühlbar über, die oberen Zierleisten von Fahrer und Fondtür haben an der Stoßstelle schlechte Passung, und die Blenden um die beiden Abgasrohre links und rechts sind höchst unterschiedlich montiert. Das allerdings sieht nur, wer hinterm Auto einmal in die Hocke geht.

Die Sitze wollen mehr angenehmes softes Sofa und weniger Halt gebendes Gestühl sein, obwohl es wulstige Räder gibt. Auch Federung und Dämpfung erinnern an Geburtsort und Abstammung des Thema. Amerikanische Automobilisten sind keine Fans eines straffen Fahrwerks. Es darf in flott durchfahrenen Kurven ruhig ein bisschen nachgeben, steckt aber jede Art von Unebenheiten gut weg.

Lancia Thema 3.0 V6 CRD

Foto: B. Riedel/Auto-Reporter.NET

Dass die Marke Lancia für Temperament steht, findet in der Motorisierung des neuen Modells Thema gewisse Bestätigung. Beim Testwagen übernahm ein achtbare 176 kW (239 PS) leistender Selbstzünder (3.0 V6 MultiJet 24V) den Vortrieb. Zur Wahl stehen ein weiterer Diesel (3.0 V6, 140 kW/190 PS) und ein Benziner (3,6 V6 Pentastar 24V, 210 kW/286 PS). Den stärkeren Diesel adeln beeindruckende 550 Newtonmeter Drehmoment. Mit solcher Durchzugskraft lässt sich selbst bei einem gut zwei Tonnen schweren Thema allerhand anfangen, etwa in 7,8 Sekunden aus dem Stand Tempo 100 gewinnen. Hocharbeiten kann sich der Thema, im Falle des Testwagens per nicht mehr ganz zeitgemäßer 5-Gang-Automatik, bis zu einer Geschwindigkeit von 232 km/h. Im Fahrbetrieb hielt sich der Eindruck, Umgang mit einem schwereren Geschütz zu haben. Psychologische Wirkung haben aber von vornherein Leergewicht und Abmessungen der Limousine, beide recht stattlich. Besonderes Lob verdient die Laufkultur des V6-Selbstzünders. Hat er seine Betriebstemperatur erreicht, lässt der Diesel im Wageninneren kaum noch etwas von sich hören. Das bleibt auch so, wenn er mit höheren Drehzahlen arbeitet.

Autokäufer fragen weniger danach, ob hinter dem Markenzeichen des Objekts ihrer Begierde möglicherweise gemogelt werde. Autos, die in die engere Wahl kommen wollen, müssen einfach nur gefallen. Punkt. Ob eingeschworene Lancia-Fans der Auftritt des Thema in Verzückung geraten lässt, werden Lancia-Händler beurteilen können. Der zweiwöchige Umgang mit dem Testwagen ließ jedenfalls die Überzeugung aufkommen, dass ein stattliches Auto mit dem Auftritt und dem Charakter des neuen Thema bestimmt seine Käufer findet. Möglicherweise gerade deshalb, weil die interessante Erscheinung das Lancia-Label trägt. Relativ schwergewichtige Autos stattlicher Abmessungen können damit punkten, dass man ihnen aufgenommene „Nutzlast“ weniger anmerkt. Sie bewegen sich entsprechend erhaben. Das kann man mögen.

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