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Fahrbericht Nissan Juke Nismo

Nissan Juke Nismo

Foto: Auto-Medienportal.Net

26.11.2013 - Der Nissan Juke ist schon ein besonderes Auto. Kein Fahrzeug seit dem Fiat Multipla hat im Design mehr polarisiert. Da der Erfolg dem Crossover bisher jedoch Recht gegeben hat, dachte sich Nissan wohl, dass etwas Fitnesstraining nicht schaden kann. So war man gespannt als eine Nismo-Version (Nissan Motorsport) des Juke angekündigt wurde. Mit muskulöserer Aerodynamik, einem strafferen Fahrwerks-Setup und 7 kW / 10 PS mehr als die bisherige Topversion 1.6 DIG-T kommt der Juke zwar gut um die Kurve, aber stellt keinen GTI in den Schatten.

Nissan Juke Nismo

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Nissan Juke Nismo

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Cool sieht er aus, der Juke Nismo. Mit einem breiten Bodykit, roten Zierstreifen rundum, roten Spiegelkappen und einem schwarzen Heckdiffusor fällt der Wagen wirklich auf. Auch die unter den bulligen Abblendlichtern angebrachten LED-Tagfahrlichtstreifen runden das Bild eines Autos, das im Vordergrund stehen will, ab. Die Tieferlegung in Verbindung mit den sportlichen Mehrspeichern im 18-Zoll-Format steigert den Eindruck noch einmal. Der geschwungene Dachspoiler erhöht den Anpressdruck bei hohen Geschwindigkeiten und bildet einen passenden Abschluss des Crossovers.

Nissan Juke Nismo

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Es sind aber 147 kW / 200 PS, die aus dem „Oho“ ein „Hmm“ gemacht haben. Nachdem Nissan mit dem Juke-R-Projekt, in dem im Juke der 3,8-Liter-Biturbo des Nissan GT-R verbaut war, dick Werbung gemacht hat, hofften wir im Nismo auf ähnlich gewaltige Kraft. Zwar kommt man mit der Leistung beim Handschalter in 7,8 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h, ein Wunder ist das aber nicht gerade. Wartet doch die Topversion des normalen Juke bereits mit 140 kW / 190 PS auf. Die Leistungskur beschränkte sich entsprechend auf eine Kennfeldanpassung. Wer hier Allradantrieb und die Tiptronic ordert, wird noch nüchterner dreinschauen: die Beschleunigung wird nochmal vier Zehntel zäher und auf der Autobahn ist bei 200 km/h Schluss. Unsere Empfehlung ist der Frontantrieb. Bei der Version mit Frontantrieb und Sechs-Gang-Handschaltung wiegt der Sport-Juke um die 1300 Kilogramm. Wenn er auch in engen Kurven Traktionstücken aufweist, ist der Antrieb dennoch ausreichend.

Nissan Juke Nismo

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So ist der Nismo eher eine Stylebombe als ein Wunscherfüller für sportliche Exzentriker. Zugegeben, das Fahrwerk ist straff abgestimmt und bringt Fahrspaß, jedoch bleibt bei dem in hohen Drehzahlen etwas rauh zu Werke gehenden Motor der Eindruck, dass mit dem Chassis auch mehr möglich gewesen wäre. Positiv zu erwähnen ist das Übersteuern im Grenzbereich, das bei Fronttrieblern bekanntlich für immense Vorteile auf der Rennstrecke sorgt. Ob der Juke Nismo die je zu Gesicht bekommt? Wir zweifeln. Zudem geht es mit dem Übersteuern im Juke schon ziemlich früh los. Ein noch strafferes Fahrwerk könnte hier Abhilfe schaffen.

Der Betrieb des Juke Nismo ist eine aktive und nette Angelegenheit. Das Turboloch ist in mittleren Drehzahlen zwar bei jedem Schaltvorgang spürbar, fährt man jedoch Nismo-typisch, fühlt es sich echt gut an. Die Schaltung ist straff und sportlich abgestimmt, die Kupplung geht ohne große Zugkraftunterbrechnung zu Werke und das Lenkrad mit 12-Uhr-Markierung liegt super in der Hand. Hinzu kommen die Wildleder-Sportsitze, die mit gutem Seitenhalt aufwarten und auch bei Langstrecken nicht unbequem werden. Dazu sehen sie mit dem Nismo-Schriftzug auch noch toll aus.

Das kann man vom übrigen Interieur auch behaupten, das sich dem Schema F von manch anderem Hersteller entgegenstellt. Trotz des beherzten Einsatzes von schwarzem Klavierlack, der sogar die Mittelkonsole einhüllt, bleibt aber qualitativ kein so guter Eindruck zurück. Kunststofflandschaften haben eben keine gute Haptik. Um das unter den Teppich zu kehren, hätten hier wenigstens die Armaturen stimmen müssen. Stattdessen ist der gut ablesbare Tacho mit Nismo-Logo zwar sportlich aber in grauen Kunststoff gefasst. In der Mitte macht er noch Platz für einen Bordcomputer mit einfarbigem, roten Display, in dem im Übrigen nicht die Kommandos des Navigationssystems angezeigt werden. Eine Ambiente-Beleuchtung fehlt in dem sonst so durchgestylten Juke überraschenderweise.

Das Navigationssystem mit Google-„Send to Car“-Technologie ist in das Infotainmentsystem Nissan Connect eingebettet, welches mit blauem Touchscreen und orangen Bedienknöpfen drumherum eine flippige Figur macht und weitgehend intuitiv bedienbar ist. Wenn man genauere Einstellungen vornehmen will oder bestimmte Anspielpunkte auf externen Quellen wie AUX und USB finden möchte, wird man vom Fahren aber stark abgelenkt. Hier wäre es schön gewesen, wenn man sich mehr auf die Knöpfe als auf den nicht sehr gut erreichbaren Bildschirm verlassen könnte.

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